Datum, Uhrzeit: 7. Juli 2010, 00:30 bis 01:30 Uhr
SQM-L: exakt 21,00 mags/arcsec² (2 Messungen)
Seeing: Genügend (Schulnote)
Wetter: wolkenlos, Temperatur: 14 °C
Beobachtungsort: Hohe Wand – meine Terrasse
Verwendetes Equipment: Nikon Action VII 7×50 CF
Objekte: M8, M20, M22, M13, M92, M81, M82, M51, Jupiter
Ja, mich gibt’s neuerdings auch mit Fernglas. Fürs schnelle Beobachten zwischendurch und für Reisen hab ich mir ein 7×50 Fernglas besorgt, und zwar eines von Nikon, weil ich doch etwas Qualitatives haben wollte (und teuer wars trotzdem nicht^^).
Nachdem ich an der Wega fokussiert habe, sah das Glas mit dem Lagunennebel M8 das erste Deep Sky Licht. Überraschend hell sprang mir M8 regelrecht ins Auge. Etwas nördlich davon, fast ebenso hell, war M20, der Trifidnebel, leicht zu sehen. Bei M8 waren das Staubband und eine Handvoll Sterne des Sternhaufens erkennbar, M20 zeigte seinen südlichen Teil dezent heller. Wahnsinn, was selbst mit nur 50 mm Öffnung alles geht!
M22 beobachtete ich nur im Vorbeigehen, trotzdem zeigte sich der Sternhaufen recht groß und hob sich – für seine südliche Deklination – überraschend deutlich vom Himmelshintergrund ab. Auf eventuell aufblitzende Einzelsterne habe ich nicht geachtet, wäre aber durchaus möglich gewesen.
Sogleich ging es weiter zu M13, den ich sofort gefunden hatte, ob seiner schieren Helligkeit. Zum Zentrum hin bemerkte ich einen leichten Helligkeitsanstieg. M92 lag nur einen Katzensprung weit entfernt und offenbarte sich als relativ helles, kleines Nebelfleckerl.
Von der Leistung meines neuen Nikon Fernglases an Nebel und Sternhaufen beeindruckt und fasziniert vom Milchstraßen-Surfen, wollte ich nun wissen, wie sich das Ding denn bei Galaxien schlagen würde.
Die ersten fremden Welteninseln, die der Gucker vor die Linsen bekommen sollte, waren M81 und M82. Und obwohl der Große Bär schon weit unten am Horizont sein Schläfchen hielt, trat das Galaxienpaar relativ deutlich in Erscheinung. M82 war deutlich elongiert erkennbar.
Als letztes Objekt aus dem Tiefen Himmel sollte der Whirlpool herhalten. Nach einigem Herumstochern in der Gegend rund um Alkaid, bemerkte ich an einer Seite eines fast gleichschenkeligen Dreiecks aus Sternen einen blassen Hauch an Aufhellung, der zunehmend oval wirkte. Voilá: M51 mit ihrer Begleiterin war gefunden! Ich bin schon gespannt, was das Fernglas hergibt, wenn Galaxiensaison ist.
Jupiter zeigte sich zum Schluss als kleines, gelb-oranges Scheibchen mit mind. zwei Monden.
Fazit: Ich bin hochzufrieden mit meinem neuen Beobachtungsinstrument. Vielleicht wird es sogar meinem Dobson den Rang als meistbenutztes Gerät streitig machen, da es viel schneller einsatzbereit ist und dabei fast genauso viel Spaß macht. Der Kontrast des Fernglases ist sehr gut, die Feld- und Randschärfe hervorragend, das Gesichtsfeld mit 6,4° sehr groß, die Austrittspupille mit 7,1 mm ideal für meinen Standort. Mit einem Gewicht von 980 g lässt es sich auch gut händeln, obwohl ich noch üben muss, das Glas auf Dauer halbwegs verwackelungsfrei halten zu können.






Herschels Spiegelschleifmaschine!
Diese Werkzeuge würde heute wohl keiner auch nur in der Nähe seines Teleskops haben wollen. Herschel baute seine damit.

In den Tubus geblickt…
Just for laughs! 


Am Boden: Der symbolische Nullmeridian; Darüber: Sonnenuhr
Der rote “Timeball”, welcher bis heute täglich pünklich um 13 Uhr herunterfällt und damit einen Ton verursacht, der den Menschen früher als Hilfe zum Einstellen der korrekten Uhrzeit diente.
Der 28-Zoll-Refraktor
Interessante Montierung


Ich vorm Royal Observatory



