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Under Favour Of Night


Datum, Uhrzeit: 7. Juli 2010, 00:30 bis 01:30 Uhr
SQM-L: exakt 21,00 mags/arcsec² (2 Messungen)
Seeing: Genügend (Schulnote)
Wetter: wolkenlos, Temperatur: 14 °C
Beobachtungsort: Hohe Wand – meine Terrasse
Verwendetes Equipment: Nikon Action VII 7×50 CF

Objekte: M8, M20, M22, M13, M92, M81, M82, M51, Jupiter

Ja, mich gibt’s neuerdings auch mit Fernglas. Fürs schnelle Beobachten zwischendurch und für Reisen hab ich mir ein 7×50 Fernglas besorgt, und zwar eines von Nikon, weil ich doch etwas Qualitatives haben wollte (und teuer wars trotzdem nicht^^).

Nachdem ich an der Wega fokussiert habe, sah das Glas mit dem Lagunennebel M8 das erste Deep Sky Licht. Überraschend hell sprang mir M8 regelrecht ins Auge. Etwas nördlich davon, fast ebenso hell, war M20, der Trifidnebel, leicht zu sehen. Bei M8 waren das Staubband und eine Handvoll Sterne des Sternhaufens erkennbar, M20 zeigte seinen südlichen Teil dezent heller. Wahnsinn, was selbst mit nur 50 mm Öffnung alles geht!

M22 beobachtete ich nur im Vorbeigehen, trotzdem zeigte sich der Sternhaufen recht groß und hob sich – für seine südliche Deklination – überraschend deutlich vom Himmelshintergrund ab. Auf eventuell aufblitzende Einzelsterne habe ich nicht geachtet, wäre aber durchaus möglich gewesen.

Sogleich ging es weiter zu M13, den ich sofort gefunden hatte, ob seiner schieren Helligkeit. Zum Zentrum hin bemerkte ich einen leichten Helligkeitsanstieg. M92 lag nur einen Katzensprung weit entfernt und offenbarte sich als relativ helles, kleines Nebelfleckerl.

Von der Leistung meines neuen Nikon Fernglases an Nebel und Sternhaufen beeindruckt und fasziniert vom Milchstraßen-Surfen, wollte ich nun wissen, wie sich das Ding denn bei Galaxien schlagen würde.

Die ersten fremden Welteninseln, die der Gucker vor die Linsen bekommen sollte, waren M81 und M82. Und obwohl der Große Bär schon weit unten am Horizont sein Schläfchen hielt, trat das Galaxienpaar relativ deutlich in Erscheinung. M82 war deutlich elongiert erkennbar.

Als letztes Objekt aus dem Tiefen Himmel sollte der Whirlpool herhalten. Nach einigem Herumstochern in der Gegend rund um Alkaid, bemerkte ich an einer Seite eines fast gleichschenkeligen Dreiecks aus Sternen einen blassen Hauch an Aufhellung, der zunehmend oval wirkte. Voilá: M51 mit ihrer Begleiterin war gefunden! Ich bin schon gespannt, was das Fernglas hergibt, wenn Galaxiensaison ist.

Jupiter zeigte sich zum Schluss als kleines, gelb-oranges Scheibchen mit mind. zwei Monden.

Fazit: Ich bin hochzufrieden mit meinem neuen Beobachtungsinstrument. Vielleicht wird es sogar meinem Dobson den Rang als meistbenutztes Gerät streitig machen, da es viel schneller einsatzbereit ist und dabei fast genauso viel Spaß macht. Der Kontrast des Fernglases ist sehr gut, die Feld- und Randschärfe hervorragend, das Gesichtsfeld mit 6,4° sehr groß, die Austrittspupille mit 7,1 mm ideal für meinen Standort. Mit einem Gewicht von 980 g lässt es sich auch gut händeln, obwohl ich noch üben muss, das Glas auf Dauer halbwegs verwackelungsfrei halten zu können.

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Datum, Uhrzeit: 7. April 2010, 22:30 bis 00:30 Uhr
SQM-L: ~ 21,05 mags/arcsec²
Seeing: Gut (Schulnote)
Wetter: wolkenlos, Temperatur: ca. 2 °C
Beobachtungsort: Hohe Wand – Parkplatz Sonnenuhr
Verwendetes Equipment: 20 cm f/6 Dobson (Sky-Watcher), William Optics SWAN 33 mm, Sky-Watcher GoldLine 20 mm und 15 mm, Antares Speers-Waler 9,4 mm

Objekte: M 104, M 81/M 82, M 51, UGC 5459 (RFGC 1727), NGC 4565, NGC 4490/NGC 4485, NGC 4449, M 5, M 3

Nach fast einem Jahr beobachtungsfreier Zeit, begab ich mich nun endlich wieder einmal unter den Sternenhimmel. Aus diversen Gründen kam die Astronomie bei mir in letzter Zeit etwas zu kurz, was ich mit diesem Abend beenden wollte.

Geplant war eine zwanglose und ruhige Beobachtungsnacht mit sehr leichten Objekten, um langsam wieder den Einstieg in die visuelle Astronomie und damit in das teleskopische Sehen zu schaffen. Genau so sollte es dann auch kommen – bis auf eine Ausnahme, aber dazu später mehr.

Das erste Objekt an diesem Abend war der Sombrero M 104. Im Übersichtsokular war alsbald ein dezent elongiertes Nebelchen erkennbar, welches sich bei 60x und 80x und längerer Beobachtungszeit als immer schmaler herausstellen sollte. Nach einigen Minuten schienen die Enden der Galaxie relativ spitz und im (teleskopischen) Norden verursachte eine dunkle Kante einen abrupten Helligkeitsverlust bei der ansonsten zu den Randbereichen hin relativ gleichmäßig schwächer werdenden Galaxie – voilá: das berühmte Staubband! Mit viel Mühe war das Staubband sodann auch als schmaler dunkler Streifen erkennbar, doch die Horizontaufhellung in dieser suboptimalen – weil aufgehellten – Nacht machte eine angenehme Beobachtung schwierig.

Ich beschloss, mich bei M 81/M 82 nicht allzu lange aufzuhalten, da ich ja den Fokus dieser Nacht auf “locker und beschwingtes” Beobachten gelegt hatte. M 81 offenbarte ansatzweise winzige Ausläufer der beiden Spiralarme, die allerdings sehr schwer und nur indirekt selten zu erahnen waren. Die ovale Form mit dem aufgehellten Nucleus dagegen stach sofort ins Auge. M 82 zeigte sich etwa 1:5-elongiert und leicht dunkelt gemottelt. Ich verlor mich aber nicht in Details.

Nun wollte ich meine Augen ein wenig im Whirlpool (M 51) entspannen. Die beiden hellen Galaxienkerne schienen bereits im Übersichtsokular äußerst hell. Die Spiralarme um M 51 waren mit Leichtigkeit auszumachen, die Materiebrücke zu NGC 5195 war hingegen nur schwach zu erahnen. Der Ausläufer des großen Spiralarms war relativ weitläufig auszumachen.

Nachdem ich meine Augen nun etwas aufgewärmt hatte, fühlte ich plötzlich wieder dieses Jucken unter den Fingernägeln… ich wollte mehr. Doch nicht etwa quantitativ mehr, sondern ich wollte Herausforderung. Also durchstöberte ich meinen Beobachtungskoffer nach Projekten, die ich vor Jahren angefangen hatte, jedoch bis heute nicht beenden konnte. Ich wählte das Projekt der RFGC (Revised Flat Galaxy Catalogue)-Galaxien. Daraus wählte ich UGC 5459 (RFGC 1727) in UMa für meine nächste Beobachtung.

Mit gutem Gespür stellte ich genau die richtige Position im Dobson ein und landete bereits beim ersten Blick genau an der Stelle, an der sich UGC 5459 befinden sollte. Die Galaxie ist mit 12,6 mag relativ hell, allerdings ist sie für einen 21,05 mags/arcsec²-Himmel fast zu schmal. Nur in sehr langen Abständen blitze eine dezent helle Stelle an der richtigen Position auf. Diese Galaxie ist unter diesem Himmel mit 8″ Öffnung kaum beobachtbar und verlangt nach einem Wiedersehen!

NGC 4565 entpuppte sich als eine wahre Augenweide und war nach dem vorherigen Augenverbieger eine echte Genugtuung. Ich war sehr überrascht, als bereits im Übersichtsokular nach wenigen Sekunden das zentrale Staubband, welches die ganze Galaxie der Länge nach durchzieht, erkennbar war. Bei 80x ähnelte NGC 4565 bereits einer kurz belichteten Fotografie und das Staubband war nach kurzer Zeit sogar direkt beobachtbar! Zugegeben, ich war ein wenig überrascht.

Die 9,8 mag helle NGC 4490 offenbarte einen etwas länglichen Kern und einen annähernd rechteckigen Charakter. NGC 4485 gesellte sich im rechten Winkel dazu. Dezent heller ausgeprägte Knoten tauchten ebenfalls von Zeit zu Zeit in der größeren der beiden wechselwirkenden Galaxien auf. Mit etwas mehr Geduld hätte diese Balkenspirale bestimmt noch einiges mehr zu bieten gehabt.

Doch ich hatte es eilig, da meine Fingerspitzen doch langsam ziemlich kalt wurden und ich es mit der ersten Beobachtungsnacht seit Langem nun auch wieder nicht übertreiben wollte. NGC 4449 mutete überraschend hell an und zeigte bei 80x und 127x viele helle Knoten. Diese irreguläre Galaxie muss ich mir ebenfalls demnächst noch einmal vornehmen. Von vergangene Beobachtungen weiß ich, was sie unter günstigen Bedingungen zu bieten hat.

Zum Abschluss dieser schönen Nacht führte mich mein Dobson wieder zurück in unsere Heimatgalaxis und ich beobachtete die beiden Kugelsternhaufen M 5, welcher bei 127x wunderbar bis ins Zentrum aufgelöst war und bei dem einige helle Einzelsterne ins Auge stachen, und M 3, der deutlich ausgedehnter und bereits im Übersichtsokular sehr plastisch wirkte.

So, das war sie nun also. Die erste richtige Beobachtungsnacht im diesem Jahr und zugleich seit knapp einem Jahr. Es war schön, endlich wieder in die Tiefen des Kosmos zu blicken und von diesem Gefühl der Kleinheit beschlichen zu werden. Das hat mir bereits gefehlt. Die Nacht hat sich wirklich gelohnt und ich bin überrascht, wie schnell ich wieder im teleskopischen Sehen drinnen war. Ich hoffe, dass ich nun wieder öfters beobachten werde und heuer ein paar meiner anspruchsvolleren Projekte zu Ende bringen kann.

Danke fürs Lesen,
Christian

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Zum Nachdenken…

Juni 14th, 2009

"Und so sage ich Ihnen, nach meinen Erforschungen des Atoms, dieses:
Es gibt keine Materie an sich! Alle Materie entsteht
und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in
Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem
des Atoms zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine
intelligente noch eine ewige Kraft gibt, so müssen
wir hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten Geist annehmen.
Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare aber
vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche, sondern der
unsichtbare unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich
allein ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen
zugehört, so müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch
Geistwesen nicht aus sich selber sein können,sondern geschaffen worden
sein müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer
ebenso zu benennen, wie ihn alle alten Kulturvölker der Erde
früherer Jahrtausende genannt haben: GOTT!" 
Max Planck

"Religion und Naturwissenschaft – sie schließen sich nicht aus, wie
manche heutzutage glauben oder fürchten, sondern sie ergänzen und
bedingen einander. Wohl den unmittelbarsten Beweis für die
Verträglichkeit von Religion und Naturwissenschaft auch bei
gründlich-kritischer Betrachtung bildet die historische Tatsache, dass
gerade die größten Naturforscher aller Zeiten, Männer wie Kepler,
Newton, Leibnitz von tiefer Religiosität durchdrungen waren."
Max Planck

"Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach
dem Plane eines allwissenden und allmächtigen Wesens zustande
gekommen sein. Das ist und bleibt meine letzte und höchste
Erkenntnis."
Sir Isaac Newton

"Astronomie treiben heißt, die Gedanken Gottes nachlesen!"
Johannes Kepler

"Indem Gott rechnet und seine Gedanken ausführt, entsteht die Welt."
Gottfried Wilhelm Leibnitz

"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht
atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
Werner Heisenberg

"Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne
Wissenschaft ist blind."
Albert Einstein

"Durch die Mathematik weiß ich, dass es Gott gibt, aber mit
der Mathematik kann ich Gott nicht finden. Ich glaube an einen
Gott, der sich durch die Harmonie alles Bestehenden geoffen­bart
hat. [...] Es gibt nur einen Ort auf der Erde, wo keine Finsternis
ist: Das ist in der Person Jesu Christi. In ihm erscheint
Gott am deutlichsten."
Albert Einstein

"Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art religiösen Gefühls
nahe liegen, weil er sich nicht vorstellen mag, dass die
ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum
ersten Mal gedacht werden. Im unbegreiflichen Weltall
offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft.
Die gängige Vorstellung, ich sei ein Atheist, beruht
auf einem großen Irrtum. Wer sie aus meinen wissenschaftlichen
Theorien herausliest, hat sie kaum begriffen."
Albert Einstein

Der berühmte britische Mathematiker und Physiker Roger Penrose
hat die Wahrscheinlichkeit für eine Zufallsgeburt unseres Universums
errechnet; sie liegt bei 1 : 10 hoch 10 hoch 123. "Anders ausgedrückt,
müsste ein Schöpfer mit sämtlichen Teilchen und Feldern im Kosmos
10 hoch 10 hoch 123 Mal würfeln, bis sich zufällig genau die
Konfiguration unseres Universums ergibt. Würde diese Zahl mit
Ziffern von nur der Größe eines Protons ausgeschrieben, würde sie
den Durchmesser des Universums übertreffen. Die Wahrscheinlichkeit
für eine Zufallsgeburt unseres Alls ist also von Null
kaum verschieden."
Focus.de

”Wenn ich dafür eintrete, dass verschiedene Theorien über die
Entstehung des Universums, des Lebens und des Menschen im Unterricht
behandelt werden, tue ich das im Namen wissenschaftlicher
Unvoreingenommenheit. Es wäre ein Fehler, die Möglichkeit eines
geplanten Universums von vornherein ausuzuklammern. Denn zum Fundament
aller Naturwissenschaft gehört die Annahme, dass jedes Geschehen in
der physischen Welt eine Ursache hat. Eine Schöpfung ohne einen
Schöpfer kann es einfach nicht geben. In unserer Welt sind Ausdrücke
göttlicher Planung unübersehbar: Die mächtigen Kräfte, die die
Sterne bewegen, und die zielgerichtete Ordnung der Natur, die ein
winziges, unscheinbares Körnchen mit der Fähigkeit ausstattet,
sich zu einer schönen Blume zu entfalten, sollten in uns Demut
hervorrufen. Je mehr wir über die Feinheiten des Universums erfahren,
desto mehr müssen wir die dahinterstehende Planung bewundern.”
Wernher von Braun

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Datum, Uhrzeit: 24. April, 22:00 bis 00:45 Uhr
SQM-L: 21,72 – 21,80 mags/arcsec²
Seeing: Gut (Schulnote)
Wetter: wolkenlos, Temperatur: 2 °C
Beobachtungsort: Schneeberg/Losenheim – Salamander Skigebiet
Verwendetes Equipment: 20 cm f/6 Dobson (Sky-Watcher), William Optics SWAN 33 mm, Antares Speers-Waler 17 mm und 9,4 mm, TS Planetary HR 6 mm

Objekte: M 51, NGC 4038/39, Leo Triplett, M 104, NGC 4565, NGC 3184, M 81, M 82, NGC 2976, NGC 3077, M 64, M 13

Da mein Hausberg, die Hohe Wand, wegen Straßenarbeiten derzeit wochentags nicht als Beobachtungsort in Frage kommt, habe ich mich in den letzten Tagen nach Alternativen umgesehen. Die Lichtverschmutzungskarte verriet, dass am Fuße des Schneebergs ein dunkelblaues Gebiet beginnt. Also machte ich mich letzte Nacht auf zum östlichsten Zweitausender der Alpen.

Ich hatte ja bereits vermutet, dass der Himmel hier noch ein Stückerl besser sein wird als auf der Hohen Wand. Aber dass der Unterschied dermaßen krass ausfällt, hätte ich mir niemals träumen lassen. Um etwa 22:00 Uhr, also wenige Minuten nach Dämmerungsende, richtete ich das SQM-L erstmals in den Zenit… gespanntes Warten… und schließlich erschien in roten Ziffern: 21,72! Wahnsinn!! Im Lauf der Nacht kletterten die Werte sogar bis auf schwindelerregende 21,80 mags/arcsec²! Vergleicht man diese Werte mit der SQM-Database auf der Unihedron-Homepage, so befinden wir uns mit derartigen Werten in derselben Liga wie beispielsweise das Observatorio Roque del Los Muchachos oder das Namib Naturreservat in Namibia. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, mich auf diesem Himmel zurechtzufinden – ich sah sprichwörtlich “den Himmel vor lauter Sternen nicht”.

Nach dem gescheiterten Versuch, endlich den Quasar OJ+287 als beobachtet abhaken zu können, drängte sich mir immer mehr die Frage auf, wie wohl die Frühlingsklassiker unter einem derartigen Himmel aussehen würden.

Neugierig schwenkte ich deshalb zu Messier 51, um gleich im Übersichtsokular eine derart wunderschöne und anmutige Galaxie zu erspähen, wie ich sie bisher wohl noch nie sehen durfte. Vergleichsweise irrsinnig helle Spiralarme, die wie ausgestanzt wirkten, windeten sich um den auffälligen Nucleus. Die Materiebrücke zu NGC 5195 konnte mit spielerischer Leichtigkeit erkannt werden. Eine kleine Herausforderung, der ich immer wieder gerne nachkomme, ist der Versuch, den äußeren Spiralarm von M 51, welcher ein wenig an einen Gezeitenschweif erinnert, zu detektieren. Nun, die Herausforderung war diesmal keine: Bei 128x war er mit indirektem Sehen problemlos unterbrechungsfrei zu halten.

Als ich bemerkte, dass der Himmel bis zum Horizont, den die Berge setzten, regelrecht pechschwarz war, visierte ich eines meiner Lieblingsgalaxienpaare an: NGC 4038/39 im Corvus. Nach dieser Beobachtung ist das Paar wieder ein paar Plätze auf meiner Favoritenliste raufgerutscht: Wunderbar hoben sich die beiden Welteninseln vom Himmelshintergrund ab, was bei meinen vorhergegangenen Beobachtungen bisher nicht immer der Fall war. Oftmals hatte ich sogar Schwierigkeiten, die beiden getrennt wahrzunehmen. Jedoch nicht in dieser Nacht. Der südliche Teil erschien sogar relativ deutlich heller als der nördliche.

Meine Lieblingsgalaxie des Leo-Tripletts ist nicht etwa eine der beiden Messiers, sondern NGC 3628. Sie entpuppte sich als eine wahre Augenweide! Das Staubband war indirekt gut zu halten und mit etwas Geduld entfaltete die Galaxie ihre volle Pracht, indem sie ihre typischen, breiter werdenden West- und Ost-Enden offenbarte. M 65 und M 66 strotzten nur so vor Details, wie beispielsweise Ansätze der Spiralstruktur in beiden (!) Galaxien oder die auffallend hellen Kerne.

Die nächste Galaxie mit Staubband, von der ich mir viel versprach, war Messier 104. Bereits im Übersichtsokular war eine harte Kante im Norden sichtbar. Bald darauf setzte sich auch nördlich davon der Halo, der die gesamte Galaxie umgibt, fort und enthüllte damit das berühmte Staubband. Auch beim Sombrero empfand ich den hellen Nucleus als sehr auffällig. Alles in allem fehlte nur noch Speedy Gonzalez, um den namensgebenden Eindruck zu komplettieren… Ariba, Ariba! Andale, Andale! ;-)

NGC 4565 durchstach den samtschwarzen Himmel wie eine schmale Lichtnadel. Auch hier war bereits im Übersichtsokular das Staubband gut ausgeprägt. Selten – bzw. vermutlich sogar nie zuvor – habe ich “die 4565er” dermaßen langgestreckt beobachten können. Der wunderschöne zentrale Bulge vervollständigte mein Gefühl, ein Foto dieser Edge-On zu betrachten.

Für einen Moment hielt ich inne, um die fast schon kitschig-theatralischen Eindrücke meiner Umgebung auf mich wirken zu lassen. Im Südwesten thronte der Schneeberg, dessen oberes Drittel noch immer schneebedeckt war und rundherum erbauten sich viele andere Berge. Gut zu hören war der Wind, der über die Gipfel des Schneebergs und der Rax peitschte. Zum Glück war es hier herunten auf knapp 1000 m Seehöhe nahezu windstill. Direkt überm Schneeberg stand Leo, der so anmutete, als würde er den Zweitausender überspringen wollen… wirklich beeindruckend, diese Szenerie. Nun denn, weiter geht’s:

NGC 3184 in UMa steht schon längere Zeit auf meiner Abschussliste als ein potentieller Kandidat dafür, die Spiralstruktur erkennen zu können. Mit etwas mehr Beobachtungszeit wäre sie vermutlich sogar auszumachen gewesen. Doch mir war kalt, weil ich mit meinen gefühllosen kalten Händen den Zippverschluss meiner Skijacke abgerissen hatte – also stand ich bei 2 Grad mit offener Jacke da… ganz toll. Immerhin erschien die Galaxie leicht gemottelt und außen unregelmäßig begrenzt. Wir sprechen uns noch! ;-)

Die wohl spektakulärste Beobachtung dieser Nacht war höchstwahrscheinlich Messier 81 + Messier 82 + NGC 2976 + NGC 3077. Wie ein Stück weiße Tafelkreide schwebte M 82 im Raum – unglaublich hell, das Ding! Unzählige dunkle Filamente durchzogen die Galaxie. Nicht minder spektakulär bot sich M 81 dar: Zum ersten Mal ist es mir gelungen, die beiden Spiralarme auszumachen! Um Wunschsehen zu vermeiden, kontrollierte ich erst daheim, ob ich die Ausrichtung der Arme richtig erkannt habe. Und tatsächlich! Einer zeigte Richtung M 82, der andere in die entgegengesetzte Richtung. Wow, und das mit 8″. Aber wie ich immer sage: Der Himmel macht’s. Die beiden Begleiter NGC 2976 und NGC 3077 stachen ebenfalls sofort ins Auge und bildeten gemeinsam mit den beiden Messiers ein schönes Quartett.

Die letzte Galaxie dieser Nacht sollte ebenfalls eine mit prägnanter Staubstruktur werden. Die Wahl fiel auf Messier 64, das Black Eye. Auch hier sprang mir die dunkle Stelle nahe des hellen Zentrums gleich im Übersichtsokular ins Auge. Bei 128x war das Staubgebiet noch einmal schöner.

Den Abschluss dieser wirklich außergewöhnlichen Beobachtungsnacht bildete Messier 13, der auffällig freiäugig sichtbar war. Bei 128x war das Gesichtsfeld gefüllt mit Sternen. Dass M 13 bereits ein Sommerobjekt war, täuschte nicht über die Tatsache hinweg, dass mich langsam aber sicher das Gefühl beschlich, bald am Boden festzufrieren. Also packte ich mein Zeug schnell ins Auto und genoss noch einmal den Frühlingshimmel, der hier so viele Sterne zeigte, wie anderswo nicht einmal der Sommerhimmel.

Über kurz oder lang werde ich der Hohen Wand wohl schweren Herzens den Rücken kehren müssen, und das Salamander Skigebiet am Fuße des Schneebergs meinen neuen Beobachtungsort nennen. Die 20-25 min. Anreise sind mir einen derartig bombastischen Himmel wirklich mehr als wert.

Danke fürs Lesen,
Christian

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Datum, Uhrzeit: 13. April 2009, 21:30 bis 00:15 Uhr
SQM-L-Durchschnittswert: 21,42 mags/arcsec²
Seeing: Pickering 7
Wetter: wolkenlos, leicht dunstig, Temperatur: 4 °C
Beobachtungsort: Wiese beim Gh. Postl, Hohe Wand, 940 m
Verwendetes Equipment: 20 cm f/6 Dobson (Sky-Watcher), William Optics SWAN 33 mm, Antares Speers-Waler 17 mm und 9,4 mm, TS Planetary HR 6 mm

Objekte: MCG-1-42-1, NGC 3501, NGC 4244, UGC 7125, NGC 4183, NGC 5023, NGC 4565

Gestern hatte ich meine erste richtige Beobachtungsnacht seit Ende Oktober des vergangenen Jahres. Für dieses – mittlerweile rar gewordene – Event hatte ich mir vorgenommen, mein Projekt “RFGC-Galaxien bis 14 mag” zu starten (RFGC = Revised Flat Galaxy Catalogue).

Auf meinem 5 Autominuten entfernten Beobachtungsplatz auf der Hohen Wand angekommen, spuckte das SQM-L einen Wert von 21,05 mags/arcsec² aus – recht bescheiden, aber die Dämmerung war ja noch nicht ganz abgeschlossen. Leider verbrachte ich die erste Stunde vergeblich mit dem Versuch, grenzwertige Quasare aufzuspüren. So blieben mir nur ein wenig über zwei Stunden für die Beobachtung der Galaxien aus dem RFGC, bevor der Mond aufging.

Deshalb beeilte ich mich zu meiner ersten “Flat Galaxy”:

RFGC 1500 (MCG-1-24-1), Hya, mag lt. RFCG: 13,2, mag lt. CdC: 11,3

Südwestlich von Alpha Hya war ich rasch an der richtigen Position angelangt. Allerdings stand die Galaxie bereits recht tief am Horizont und somit schon ein wenig in der Lichtglocke von Wiener Neustadt. Auch nach längerer konzentrierter Beobachtung war nur gelegentlich ein Glimmen an der Wahrnehmungsgrenze erahnbar, was mir noch nicht für eine gesicherte Beobachtung reicht. Demnächst werde ich einen neuen Versuch starten, wenn MCG-1-24-1 noch etwas höher steht.

RFGC 1945 (NGC 3501), Leo, mag lt. RFCG 13,6, mag lt. CdC: 12,9

Diese Galaxie war, trotz der geringeren Helligkeit, leichter zu machen, da Leo geradewegs im Süden stand. Die 10,9 mag helle Galaxie NGC 3507 lag in unmittelbarer Umgebung von NGC 3501. Direkt vor NGC 3507 lag ein 11 mag-Vordergrundstern, der mit zwei anderen eine Dreierkette bildete. Südwestlich davon sollte NGC 3501 zu finden sein. Und tatsächlich, mit etwas Geduld trat aus dem schwarzen Himmelshintergrund in unregelmäßigen Abständen ein elongierter Nebel hervor. Nachdem ich noch etwas mehr Geduld aufgebracht hatte, war die Galaxie indirekt gut zu halten und offenbarte ansatzweise ihre Gestalt, wobei ich nur ein Längen-Breiten-Verhältnis von etwa 1:4 beobachten konnte.

RFGC 2245 (NGC 4244), CVn, mag lt. RFCG 10,2, mag lt. CdC 10,4

Mit einer Helligkeit von etwas über 10 mag war diese Flat Galaxy die zweithellste dieser Nacht. Etwas nordwestlich eines 7,5 mag- und eines 9,9 mag-Sterns, war bereits beim ersten Blick ein länglicher Kreidestrich erkennbar, der bei längerem indirekten Sehen ein L-B-Verhältnis von 1:6 offenbarte und später auch direkt zu sehen war. Etwas westlich des Zentrums war ein dezenter Helligkeitsanstieg erkennbar – eine wirklich schöne Galaxie!

RFGC 2197 (UGC 7125), CVn, mag lt. RFCG 13,5, mag lt. CdC 13,7

UGC 7125 war da schon wieder etwas schwieriger. Südwestlich zweier 11-12 mag-Sterne zeigte sich nach längerer Beobachtung und einem Riesenhaufen Geduld und Konzentration ein kaum wahrnehmbares Nebelfleckchen, dessen Gestalt ich nicht 100%ig feststellen konnte. Die Galaxie war kaum als “Flat Galaxy” erkennbar, ich tippe auf eine 1:3-Elongation.

Mittlerweile erreichten die SQM-L-Werte bis zu 21,49 mags/arcsec², was einen Durchschnittswert von 21,42 mags/arcsec² zur Folge hatte. Nach ein paar Zwischenstopps bei M 51, M 81+82 und einigen anderen Highlights, war mein nächstes Ziel:

RFGC 2222 (NGC 4183), CVn, mag lt. RFCG 13,3, mag lt. CdC 12,3

Führt man die gedachte Linie zwischen Alpha und Beta CVn ein Stück fort, landet man geradewegs bei einem Dreieck aus Sternen mit rund 11 mag Helligkeit. Westlich davon schälte sich relativ bald NGC 4138 aus dem Himmelshintergrund hervor. Die Galaxie erschien glanzlos – eine blasse Aufhellung mit 1:4-L-B-Verhältnis.

RFGC 2495 (NGC 5023), CVn. mag lt. RFCG 12,7, mag lt. CdC 12,3

Nordöstlich von M 63, genauer gesagt nördlich zweier rund 10 mag-Sterne,  liegt diese Galaxie. Doch das Aufspüren selbiger gestaltete sich, trotz der moderaten Helligkeit von 12,7 bzw. 12,3 mag je nach Katalog, etwas schwierig. Erst nach einigen Minuten schwebte plötzlich die äußerst schmale Lichtnadel vor meinen Augen im Raum. Die Galaxie mit 1:6-Elongation war indirekt fast ständig zu halten. Eigentlich hätte ich sie mir doch etwas leichter vorgestellt.

Als Abschluss des Auftakts zum Projektbeginn der “Flat Galaxies”, hatte ich mir das allseits beliebte Glanzstück des RFGC herausgepickt:

RFGC 2335 (NGC 4565), Com, mag lt. RFCG 10,6, mag lt. CdC 9,6

Unter einem solchen Himmel ist dieser Klassiker eine wahre Augenweide. Der zentrale Bulge war ein richtiger Blickfang und gut ausgeprägt sichtbar. Auch das dunkle Staubband erstreckte sich über die ganze Länge der Galaxie, vom einen spitz zulaufenden Ende zum anderen. Auch die Helligkeit war nach den ganzen Augenverbiegern davor richtiggehend angenehm.

Beim Einpacken bei wenigen Grad über Null, sorgte ein Uhu im naheliegenden Wald für eine wohlige akustische Untermalung. Daraufhin glitt mein Blick noch ein letztes Mal über den Voralpenhimmel über der Hohen Wand, bevor ich ich mich am Heimweg schon auf die Fortsetzung des neuen Projektes freute.

Danke fürs Lesen,
Christian

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Von 12. bis 20. März 2009 bereiste ich die südlichen Gefilde des Vereinigten Königreiches, genauer gesagt Südengland und Südwales. Neben Cranfield, Cambridge, Bedford, Cardiff und London waren auch die für Amateurastronomen interessanten Städte bzw. Gegenden Bath, Stonehenge und Greenwich Ziel der Reise.

Auf dem Weg von Cranfield nach Bath hielt ich am Loxham Observatory der Cranfield University, in welchem sich ein 16″-Cassegrain und ein 8,5″-Newton befindet, und bemerkte auch eine (vermutliche) Privatsternwarte:

Wie vielleicht bekannt ist, verbrachte William Herschel einige Zeit in dem idyllischen Städtchen Bath, nahe der englischen Westküste. Dort gelang ihm beispielsweise die Entdeckung des Uranus. Auch fertigte er dort einige Teleskope samt Spiegel an. Näheres bitte dem Astronomie-Lexikon Ihrer Wahl bzw. Wikipedia entnehmen. ;-) Hier ein paar Impressionen vom William Herschel Museum of Astronomy:

Herschels Spiegelschleifmaschine!

Diese Werkzeuge würde heute wohl keiner auch nur in der Nähe seines Teleskops haben wollen. Herschel baute seine damit.

In den Tubus geblickt…

Just for laughs! ;-)

Die nächste Zwischenstation mit astronomischem Gesichtspunkt war das etwa 4000 Jahre alte Monument Stonehenge. Wie viel Stonehenge tatsächlich mit der Astronomie zu tun hat, ist bis heute nicht geklärt. Spekuliert wird darüber, ob einige Steine zur Sommersonnenwende ausgerichtet wurden, ob das gesamte Gebilde ein steinzeitlicher Kalender war oder ob damit sogar astronomische Ereignisse, wie etwa Mondfinsternisse, vorhergesagt werden konnten. Zumindest letztere Theorie wurde mittlerweile verworfen.

Wer Stonehenge erbaut hat, ist bislang genauso wenig bekannt, wie die Antwort auf die Frage nach dem Wie und dem Warum.

Das Beste kommt ja bekanntlich immer zum Schluss: In diesem Fall meine Besichtigung des Royal Observatory of Greenwich. Zu dessen Geschichte brauche ich wohl nicht viel zu schreiben. Falls doch kleine Bildungslücken vorhanden sind, bitte wieder das Lexikon zücken.


Am Boden: Der symbolische Nullmeridian; Darüber: Sonnenuhr

Der rote “Timeball”, welcher bis heute täglich pünklich um 13 Uhr herunterfällt und damit einen Ton verursacht, der den Menschen früher als Hilfe zum Einstellen der korrekten Uhrzeit diente.

Der 28-Zoll-Refraktor

Interessante Montierung



Ich vorm Royal Observatory

Wie immer: Danke fürs Lesen und diesmal auch fürs Bilder gucken. ;)

LG Christian

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Letztes Jahr hatten die Wolken verhindert, dass der 1. Hohe Wand’sche Messier Marathon über die Bühne gehen konnte. Ende März werden wir einen neuen Versuch unternehmen. Wie auch im Vorjahr ist jeder Interessent herzlich eingeladen!

Mehr dazu unter: www.astronomieforum.at/viewtopic.php?t=702

LG Christian

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Fremde Monde

Januar 13th, 2009

Datum, Uhrzeit: 13. Jänner 2009, 05:00 bis 05:45 Uhr
Himmelsqualität: k.A., 94,4% Mondphase
Seeing: 3 (auf Schulnotenskala)
Wetter: Nebel, – 10 °C
Beobachtungsort: Stollhof, 550 m

Objekte: Saturn + Tethys, Rhea, Dione, Titan, Iapetus; Mond (Luna): u.a. Langrenus, Petavius, Stevinus

Die erste Beobachtungsnacht – bzw. der erste Beobachtungsmorgen – des neuen Jahres gebührte diesmal primär dem Mondsystem des Saturn. Man hört selten davon, dass eine vollständige Beobachtungssession „nur“ den Monden eines Planeten gewidmet wird, dies bedeutet allerdings keineswegs, dass fremde Monde in irgendeiner Weise langweilig sind. Man muss sich nur, wie fast immer in der visuellen Astronomie, bewusst machen, WAS man da gerade durchs Okular bestaunt.

Obwohl Mimas und Enceladus an diesem Morgen ungünstige Positionen innehatten und quasi nicht beobachtbar waren, baute ich meinen Dobson bereits um 1 Uhr nachts auf der Terrasse auf, um ein vollständiges Auskühlen des Spiegels in dieser eisigen Kälte zu gewährleisten. Um 5 Uhr quälte ich mich sodann aus dem Bett und begann mit meinen Beobachtungen:

Alle helleren Saturnmonde bildeten an diesem Morgen eine nahezu perfekte Linie längs zur Ringkante des Saturn; einzige Ausnahme bildete Iapetus, der etwas abseits stand. Im größten östlichen Abstand zu Saturn befand sich Tethys, mit seiner von Kratern übersäten Oberfläche aus Wassereis. Mit seiner scheinbaren Helligkeit von 10,4 mag war er auch trotz Mondlicht problemlos zu erkennen. Rhea, der zweitgrößte Saturnmond, mit seinem eigenem Ringsystem und ebenfalls Wassereis-Oberfläche, war direkt daneben zu finden. Auch er stellte mit 9,9 mag keine Schwierigkeit dar.

Leider war Enceladus mit seiner für 94,4% Mondphase schwachen Helligkeit von 11,9 mag zu nah an der Ringkante des hellen Saturn dran, um ihn wahrnehmen zu können. Auch Mimas, der sich direkt vor dem Planetenkörper befand, blieb aufgrund dessen unbeobachtbar.

Doch Dione entschädigte dafür mit einer spektakulären Position, südlich der westlichen Ringkante. Mit etwas Geduld, was bei einer derartigen Kälte nicht unbedingt leicht fiel, und hoher Vergrößerung, trennte sich bei Phasen geringer Luftunruhe ein winziger, schwacher (10,6 mag heller) Lichtfunke quasi vom Ring ab – voilà, Dione, die Göttin der Erde und der Natur zeigte sich.

Titan, der wohl berühmteste und interessanteste Mond, stand als nächstes am Programm. Aufgrund der Stickstoff- und Kohlenwasserstoff-Verbindungen ähnelt seine Atmosphäre jener unserer Urerde, weshalb Titan zum Gegenstand diverser Forschungen, die Entstehung des Lebens auf der Erde betreffend, wurde. An den Polen werden ausgedehnte Methanseen vermutet. Gesichert ist jedoch bereits die Existenz von Eisvulkanen. Behält man all diese Fakten und Mutmaßungen im Hinterkopf, transformiert sich der kleine Lichtpunkt aus dem Teleskop in eine kleine Wunderwelt direkt in den Kopf des Beobachters.

Der helle Mond verhinderte eine erfolgreiche Sichtung des 14,4 mag schwachen Hyperion. Unter dunklem Himmel befindet er sich allerdings garantiert in Reichweite für 20 cm Öffnung.

Möglicherweise sind die dunklen Flecken auf Iapetus Reste organischer Verbindungen. Im Teleskop ist der 10,2 mag helle Lichtpunkt, in dieser Nacht mit dem größten Abstand zu seinem Planeten, jedenfalls leicht auszumachen.

Nun verließ ich das Mondsystem des Saturn, um einen kurzen Blick auf den Erdmond zu werfen, der von einem kleinen Halo umgeben war. Sofort fielen mir Langrenus, Petavius und Stevinus auf, die mit ihren, vom Impakt herrührenden, Zentralbergen bestechende Formen darboten. Schön zu sehen, dass Monde auch mehr als nur kleine Lichtfunken sein können. ;-)

Mein letzter Blick, bevor es wieder rein in die warme Stube ging, galt noch einmal dem schönen Mondhalo. Eiskristalle dürften an diesem Morgen ja genug in der Atmosphäre gewesen sein.

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Datum, Uhrzeit: 21. Oktober 2008, 20:30 bis 23:30 Uhr
Himmelsqualität: fst 6,8 mag
Seeing: Pickering 6
Wetter: klar, leichter Nebel im Tal
Beobachtungsort: Wiese beim Gh. Postl, Hohe Wand, 940 m
Verwendetes Equipment: Sky-Watcher 20 cm f/6 Dobson, William Optics SWAN 33 mm, Antares Speers-Waler 17 mm und 9,4 mm, TS Planetary HR 6 mm, Baader OIII

Objekte:

PN: NGC 6751, NGC 7293, Jones 1 (PK 104-29.1)
KS:
M 30, NGC 288
OS:
NGC 6939, NGC 869 + NGC 884
GX: NGC 6946, NGC 7479, NGC 253, NGC 247, M 31


Eigentlich hatte ich mir für diese Nacht etliche „Augenverbieger“ vorgenommen. Aber nachdem ich meine vom langen Nichtbeobachten untrainierten Augen an ein paar Standardobjekten quasi aufgewärmt hatte, beschloss ich, mich heute ausnahmsweise an den helleren und mitunter detailreicheren Objekten zu orientieren. Ich war diesmal einfach eher gierig aufs Staunen über die Schönheit des Alls.

Die Milchstraße war in dieser Nacht auffällig breit – bis in den Ophiuchus war ihr schwacher Schein zu vernehmen. Auch die Strukturen und Details waren doch recht beeindruckend: Der Nordamerikanebel war gut zu sehen (sicherheitshalber kontrollierte ich die richtige Position mit einem vors Auge gehaltenen OIII-Filter) und das Sternbild Schwan war gespickt mit Wattebäuschen, dunklen Bändern und Wolken. Die freisichtige Grenzgröße lag bei 6,8 mag in der Leier.

Sodann war das erste Objekt auf meiner Beobachtungsliste dran: NGC 6751, der Glowing Eye Nebula. Im Übersichtsokular war der Planetarische Nebel nicht von einem Stern zu unterscheiden. Erst bei 128x entfaltete er als kleines, rundliches Scheibchen seine wahre Natur. Bis auf einen schwachen zentralen Helligkeitsanstieg und eine sehr zarte türkise Note waren keine Details auszumachen.

NGC 6939 und NGC 6946 passen zwar im 17 mm Speers schön gemeinsam ins Gesichtsfeld, sind im Kosmos allerdings knapp 10 Millionen Lichtjahre voneinander entfernt. Der Offene Sternhaufen konnte mit indirektem Sehen vollends aufgelöst werden, doch leider offenbarte die knapp daneben liegende Galaxie auch mit Mühe ihre Spiralarme nicht. Immerhin konnte ich eine unregelmäßige Kontur erkennen.

NGC 7479 ist eine der wenigen NGC-Galaxien, für die keine Monsteröffnung benötigt wird, um beeindruckende Details enthüllen zu können. Sie zeigte schon auf den ersten Blick einen etwa 1:3-elongierten Zentralbalken. Bei 70x war sie am schönsten, es tauchte parallel zum Balken eine weitere diffuse und elongierte Wolke auf – es war Spiralarm Nummer eins. Da entkam mir das erste „Wow!“ dieser Nacht. Sein gegenüberliegender Kumpan war wesentlich schwieriger zu sehen. Erscheint er auf Fotos zwar recht hell, ist visuell lediglich ein kurzes „Stummerl“ erkennbar, und dies auch nur äußerst schwach. Ab ca. 30 cm Öffnung muss diese Galaxie jedenfalls ein wahres Highlight sein.

Nach einem aufgrund schlechter Karten missglückten Versuch, Uranus und Neptun zu finden, hielt ich für einen Moment inne und bemerkte die überwältigende Ruhe, die mich umgab. Weder vom Menschen erzeugte Geräusche, noch irgendwelche Tierklänge waren zu vernehmen… nichts als die ungetrübte nächtliche Stille am Berg. Als ich dann noch das reich bestirnte Firmament über mir thronen sah, versetzte mich das in bezeichnende Hochstimmung. Man scheitert zwingend, will man das alles mit Worten beschreiben.

Es war wieder Zeit, weiter in die Tiefen des Kosmos einzutauchen. Auf dem Weg zu meinem eigentlichen Ziel, dem Helixnebel, der gerade kulminierte, stolperte ich über M 30. Der Kugelsternhaufen war bei 128x bereits schön aufgelöst. Mit höherer Vergrößerung wäre vielleicht noch etwas mehr herauszuholen gewesen. Ein überraschend hübsches Objekt ist das jedenfalls.

Doch bei meinem Ziel, NGC 7293, angekommen, verschlug es mir dann so richtig die Sprache. Was im Übersichtsokular nur als (für einen PN) relativ ausgedehntes Wölkchen mit leichtem zentralen Helligkeitsabfall zu sehen war, entfaltete im 17 mm Speers-Waler mit dem extrem schmalbandigen Baader OIII-Filter seine volle Pracht: Wie ein gigantischer M 57 schwebte der Helixnebel wie ausgestanzt vor mir im Raum. Überraschend hell, mit dem nun noch stärker ausgeprägten Kontrast zwischen Zentrum und Außengebieten und hin und wieder erkennbaren schwachen Filamenten, entlockte mir der Helixnebel das nächste euphorische „Wow!“.

Nach diesen relativ einfachen und schönen Objekten musste dann doch zumindest eine Herausforderung her. Ganz ohne geht’s halt doch net. ;-) Nun war ich an der richtigen Position angekommen und Jones 1 (PK 104-29.1) wartete bereits darauf, von mir erspäht zu werden. Im 9.4 mm Speers-Waler mit OIII bildete ich mir ein, einen blassen Hauch erkannt zu haben. Infolgedessen schraubte ich die Vergrößerung auf 70x runter und bald sah ich mich in meiner Vermutung bestätigt: Die beiden annähernd parallel verlaufenden Verdickungen des 12,7 mag hellen Planetarischen Nebels traten erstaunlich klar hervor. Kurz darauf war dann das gesamte diffuse Wölkchen wahrnehmbar. „Wow!“ Nummer drei folgte sogleich. ;-) Ich bin überrascht, dass Jones 1 von vielen Kollegen als schwierig eingestuft wird.

Meine vermutliche Lieblingsgalaxie NGC 253, die Sculptorgalaxie, war sodann auch rasch gefunden. Bei 128x war der in Horizontnähe etwas aufgehellte Himmelshintergrund ausreichend abgedunkelt, um genügend Kontrast zu liefern, die ungleichmäßig gesprenkelte Oberfläche zu enthüllen. Nach und nach traten auch immer mehr Sterne direkt vor der Galaxie hervor. Die Welteninsel sprengte das mit 82° doch sehr große Gesichtsfeld des Okulars.

NGC 288 liegt am Firmament unweit von NGC 253. Bei 36x war der Kugelsternhaufen nur in den Randgebieten auflösbar, was sich mit zunehmender Vergrößerung änderte, bis nur noch ein kleiner Bereich im Zentrum nebelig blieb.

NGC 247 gehört, wie NGC 253, zur 12 Mio. Lj. entfernten Sculptor Gruppe, der nächstgelegenen Galaxienansammlung zur Lokalen Gruppe. Vor dem südlichen Teil steht ein relativ heller Vordergrundstern, der die Orientierung etwas erleichtert. In diesem Abschnitt erscheint die Galaxie recht gleichmäßig und wenig auffällig. Der nördliche Teil hingegen wirkt irgendwie unregelmäßig und etwas zerklüftet. Vielleicht kann mit etwas mehr Konzentration bei künftigen Beobachtungen der Spiralarm entdeckt werden.

Als ich freiäugig den schwarzen Himmel abgraste, fiel mir auf, dass M 31 eindrucksvoll groß sichtbar war. Der Tubus ragte nahezu lotrecht nach oben, da der Andromedanebel scheinbar exakt über meinem Kopf stand. Er füllte beinahe zwei Gesichtsfelder und leuchtete gewaltig hell. Nachdem ich zwei Staubbänder detektieren konnte, bemerkte ich, dass meine Augen nun doch langsam etwas müde wurden.

Somit beschloss ich, nur noch einen letzten Abstecher zu NGC 869 + NGC 884, h und Chi Persei, zu machen. Freiäugig waren die beiden deutlich getrennt zu sehen und ich bilde mir sogar ein, mit indirektem Sehen am Limit gelegentlich Einzelsterne aufblitzen gesehen zu haben. Beim Blick durchs Okular entfuhr mir ein lautes “Woah!!”. Der Vergleich ist unter Umständen schon etwas abgegriffen, aber treffend wie eh un je: Wie eine Handvoll Diamanten auf schwarzem Samt glitzerte mir dieses wundervolle Sternenmeer entgegen. Durch die unterschiedlichen Helligkeiten der einzelnen Sonnen entstand ein großartiger räumlicher Eindruck.

Die stetig über den Horizont steigenden Gürtelsterne des Orion erinnerten mich daran, dass bald der Mond aufgehen würde, weshalb ich mich langsam daran machte, meine Ausrüstung einzupacken. Ein letzter Blick Richtung Norden zeigte den Großen Bären, der den Eindruck machte, als wollte er sich in den Tannenwipfeln zur nächtlichen Ruh’ legen. Mit diesen letzten theatralischen Eindrücken verließ ich den Berg ebenso leise, wie ich in den vergangenen Stunden ein Teil von ihm war.

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Datum, Uhrzeit: 12. Oktober 2008, 20:30 bis 22:00 Uhr
Himmelsqualität: k.A., Mondphase 94%
Seeing: Pickering 3
Wetter: Zunehmende Zirrusbewölkung
Beobachtungsort: Zuhause in Stollhof (Niederösterreich)
Equipment: Sky-Watcher 200/1200 mm Dobson, William Optics SWAN 33 mm, Speers-Waler 17 mm und 9,4 mm, TS Planetary HR 6 mm und 4 mm

Objekte:
Beta Cygni
Epsilon Lyrae
Gamma Delphini
61 Cygni
Struve 2942

Meine Reise durch die Welt der Doppel- und Mehrfachsternsysteme begann beim Klassiker schlechthin – Beta Cygni oder Albireo. Mit einem Abstand von 34,5″ ist er alles andere als ein herausforderndes Objekt und lädt vielmehr zum Staunen und Genießen ein. Die hellere Komponente, der 3,4 mag helle orangerote Überriese der Spektralklasse K3, erstrahlt im Teleskop wunderschön gelb-orange-golden, wohingegen sein mit 5,1 mag ein klein wenig schwächerer Kompagnon der Spektralklasse B9 als relativ kräftig blau-grau erkennbar ist.

Ein weiteres Highlight, nämlich der „doppelte Doppelstern“ Epsilon Lyrae, war mein nächstes Ziel. Die Helligkeiten der Komponente AB sind mit 5,1 und 6,0 mag, die von CD mit 5,1 und 5,4 mag angegeben. Das schlechte Seeing gestaltete die Trennung obiger zwar als sehr schwierig, doch in Momenten geringer Luftunruhe waren alle vier Sonnen für Sekundenbruchteile sehr schön im Gesichtsfeld zu sehen.

Gamma Delphini reizt ebenfalls nicht durch Schwierigkeit (ist 9,2“ weit auseinander), sondern durch den Anblick. Wie ein „Albireo light“ kommt das System mit seiner schön gelb-orangen und weiß-gelb-bläulichen Komponente daher. Der 4,3 mag helle Hauptstern ist ein oranger Unterriese, der leicht schwächere Begleiter ein gelb-weißer Zwerg (F V Stern).

Die fortschreitende Bewölkung trieb mich sodann wieder zurück zum Sternbild Schwan, genauer gesagt zu 61 Cygni, Bessels Parallaxenstern. Auffällig sind sofort die goldenen Nuancen beider Sonnen. Das aus dem K5 V- und K7 V-Stern bestehende System 61 Cygni war der erste Stern, dessen Distanz (von Friedrich Wilhelm Bessel) mittels Parallaxenmessung bestimmt wurde.

Der Himmel war nun beinahe völlig bedeckt, woraufhin mit Struve 2942 nur noch ein letzter Stern beobachtet werden konnte. Das Seeing verschlimmerte sich ebenfalls zusehends, weshalb die Trennung dieses im Teleskop reinweiß aussehenden Dreifachsternsystems nur ansatzweise gelang. Nur sehr selten waren dezente „Ausbuchtungen“ im Gewaber des hellsten Sterns zu erkennen.

Nachdem mir ein anhand gut brauchbarer Vergleichsgrafiken durchgeführter Sterntest abermals die Fehlerfreiheit meiner Optik aufzeigte, beschloss ich, in Zukunft öfters auf Doppestern-Jagd zu gehen, denn selbige birgt regelrechte Suchtgefahr! Dazu werde ich allerdings einen Beobachtungsort mit besserem lokalen Seeing aufsuchen müssen, vermutlich wieder die Hohe Wand.

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